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22.11.2019
11.15 - 12.45 Uhr - Q1: Vortrag Arbeiterkind
28.11.2019
18.00 Uhr - Schulkonferenz
05.12.2019
Steuerungsgruppe "Ganztägig arbeitende Schule"
10.12.2019
12.00 Uhr - Vortreffen Projektwoche
11.12.2019
19.00 Uhr - SEB-Sitzung
13.12.2019
11.15 - 12.45 Uhr - Q3: Infomarkt
17.12.2019
19.00 Uhr - Weihnachts- konzert
20.12.2019
10.15 Uhr - Beginn der Weihnachtsferien
23.12.2019 - 10.01.2020
WEIHNACHTS- FERIEN
30.01.2020
16.00 - 18.00 Uhr: Tag der offenen Tür - Informationen, Führungen, Schnupper- unterricht, Projekt- vorstellungen u.a.

Q2 hoch drei!

Drei Themen, drei Aufführungen, drei Kurse: Der Q2 Theaterabend an der Rudolf-Koch-Schule bewegt und rüttelt wach.

Der intensive Kontakt mit dem Publikum in dem rund 80 Personen fassenden DS Raum führte dazu, dass man förmlich in die Emotionen und Stimmungen hineingezogen wurde. Die SchauspielerInnen gehen diese Herausforderung ein. Sie wissen, dass ihrer Schauspielkunst alles abverlangt wird. Die drei Kursleiterinnen A. Buschardt, J. Gausmann und A. Trautmann haben den Schülerinnen bei der Umsetzung der drei Stücke größtmögliche Freiräume gelassen. "Darstellendes Spiel kann nicht abgehoben werden von den Persönlichkeiten der SchauspielerInnen, es lebt von den Charakteren", sagt Buschardt.

Im ersten Stück "Ausgegrenzt" hat Gausmann auf provozierend ironische Art und Weise unser Schubladendenken entlarvt. Es schmerzt, wenn Videos, die der Kurs in Interviewsituationen in Schule und auf der Straße mitgeschnitten hat, unsere Vorurteile zum Teil der Aufführung werden lassen. Bevor man sich innerlich abgrenzen kann und in eine Verteidigungshaltung gehen kann, schiebt Gausmann einen zweiten Akt hinterher, der das nicht zulässt: Es wird an unser Mitgefühl appelliert. Schüler halten Schilder in Händen, die in Sätzen genau das aussprechen, was wir "eigentlich" wissen, wenn wir in Schubladen denken: Es ist eben nicht immer so! Damit werden wir jedoch nicht entlassen. Es folgt vielmehr Akt 3, der uns zum Teil der Gefühlswelten der Protagonisten werden lässt. Sprachbiographien in Form von Sprachcollagen werden vorgetragen und dazu passende Regieanweisungen dem Publikum gezeigt. Die Kommandos "Schauen Sie traurig! Lachen Sie! Blicken Sie betroffen drein!" brachten viele zum Schmunzeln und öffneten die Gefühlswelt endgültig für die Botschaft.

Buschardts Kurs fragt sich in ihrer Inszenierung "Wer bin ich?", was viele von uns glauben zu wissen. Wenn die SchauspielerInnen in den Spiegel blicken, um zu erfahren, wer sie sind, wenn Sie nach "Wahrnehmung" gieren, die ihnen niemand gibt, dann konnte man die Gedanken vieler Existentialisten erspüren. Verlorensein, Einsamkeit, Leere, Depression sind einige Empfindungen, die sich eingeschlichen haben. Mit repetitivem "Du musst…", Fesselungen, wildem Bedrängen der Hauptperson und der Betonung des Perfektionismusdrangs setzte Buschardts Kurs die Zwänge um, die die meisten von uns umgeben. Aber, lassen wir uns nicht auch bedrängen? Können wir davon loskommen? Wie geht das? Ein Teil der Antwort lieferte der letzte Akt: Sämtliche zuvor angelegten Masken wurden vom Gesicht gerissen: Das bin ich!

Träumen Sie auch manchmal und wissen später nicht mehr, ob es Realität war? Der Hauptdarsteller in Trautmanns Stück wurde zwar am Ende mit den Worten "Es war nur ein Traum" aus seinem Schlaf geweckt, der so harmlos in der U-Bahn begonnen hatte, allerdings musste er bis dahin auf eine surrealistische Traumreise begeben, der die Frage vorausging, was denn eigentlich ein schöner Traum sei. Der Traumwandler wird hektisch, schwitzt und atmet schwer, während seine Lebensträume von anderen belacht werden. Insgeheim kämpfen sie aber um die Kiste, die Traumkiste. Stark herablassend nach außen, schwach und verloren nach innen, könnte man sagen. Ein Funken Hoffnung bleibt, wenn der Esel auf den Traum steigt und die Erkenntnis gewinnt, dass Träume nur dann Schäume sind, wenn man nicht daran glaubt. Angst vor dem Sein, Angst vor dem Werden und Angst vor dem Nichts sind in Trautmanns Stück die Triebfedern für Lebensmodelle, die in Chaos oder totaler Ordnung münden können. Besonders eindrücklich vermittelte das der spießige Reihenhausendbesitzer mit seinem Hund Bruno. Denn sind es nicht die anderen, von denen wir uns einzwängen lassen, die Gesellschaft selbst? Selbst gedrehte Videos aus scheinbar noch starreren Zeiten mit überdrehten Riten, absurden Dialogen und übertriebenen Reaktionen unterstreichen diese Sicht. Da ist die Außenseiterin, die als Hexe verbrannt werden soll, Entkommen also zwecklos? Vielleicht nicht, denn eine kleine Tür öffnet sich, als die Edelfrau sagt: "Ich habe genug von eurem zwanghaften Geltungsbedürfnis. Wenn das Gesellschaft ist, dann bleibe ich lieber allein."