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1. Deutscher Schulsportpreis für die RKS

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Das Handy klingelt. Der Hessische Rundfunk hat noch ein paar Fragen. Jetzt geht’s ins Kanzleramt. Taschenkontrolle. Neugieriges Beäugen der anderen Preisträger. Ein Rundgang durchs „Angie-Haus“, dann beginnt die Preisverleihung. Spannung bei der RKS-Delegation (Giana Doll, Clara Gey, Selma Kara, Stefanie Wernig, Frau Frühauf, Frau Holler, Frau Rausch, Frau Rogler). Wie wohl dieses einmalige Berlin-Abenteuer enden wird …?

„Schulsport tut Schule gut – Integration durch Sport“

„Schulsport tut Schule gut – Integration durch Sport“ – so lautete das Motto des diesjährigen Deutschen Schulsportpreises, der von der Deutschen Sportjugend (DSJ) und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ausgeschrieben und im Juni im Kanzleramt in Berlin an eine Delegation der Rudolf-Koch-Schule überreicht wurde.

Ein Motto, das wirklich gut zur RKS passt. Eine Auszeichnung, die die Schulgemeinde mit Stolz erfüllt und uns darin bestätigt, an unserer Schule gute Arbeit zu leisten.

Wir sind keine Schule, die auf den ersten Blick mit herausragenden Angeboten andere Schulen überflügelt. Wir sind ein Innenstadtgymnasium, in dem Raum und Geld knapp sind. Die Tatsache, dass rund 80% der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund haben, lässt ein gewisses Konfliktpotenzial vermuten.

Aber Zahlen alleine machen keine Schule aus, was zählt, sind die Menschen, die sie besuchen. Und diese Menschen prägen bei uns das Schulklima.

Gesamtkonzept der RKS

An der RKS unterrichten überdurchschnittlich viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die den Schülerinnen und Schülern über den Unterricht hinaus Angebote unterbreiten. Angebote, die Tugenden wie Teamgeist und Verantwortungsgefühl schulen und das Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler stärken. Als „Projekte“ seien Theater/Darstellendes Spiel, der Schulsanitätsdienst, die Lesescouts und Sprachpaten sowie die Hausaufgaben- und Mittagsbetreuung genannt.

Wir haben uns nach außen geöffnet und uns „Partner“ (z.B. Jugendhilfe, Polizei, das Klingspormuseum, ..) mit ins Boot geholt. Auch die engagierte Mitarbeit der Eltern weiß man an der RKS sehr zu schätzen.

Wir sind um größtmögliche Transparenz bemüht, wenngleich dies in Zeiten von umfassenden Reformen (G8, Zentralabitur, Schulinspektion) und dem damit verbundenen Bürokratieberg nicht immer leicht ist.

Sportkonzept der RKS

Mit zwei Wochenunterrichtsstunden Sport pro Schüler und der Durchführung von Bundesjugendspielen würde die RKS das Pflichtprogramm des hessischen Kultusministeriums erfüllen. Dies sollte man wissen, wenn man hinterfragt, warum unsere Schule in diesem Jahr den Deutschen Schulsportpreis gewonnen hat.

Mit der Zielsetzung, möglichst viele Schülerinnen und Schüler zu erreichen, vielfältige Bewegungsangebote zu machen und das Interesse am Sporttreiben zu wecken, wurde an der RKS in den letzten Jahren ein komplexes Sportkonzept entwickelt. Davon sollen vor allem diejenigen Schülerinnen und Schüler profitieren, die von ihrem Elternhaus nicht gefördert werden und/oder (noch) nicht im Verein Sport treiben. Ungeachtet der schlechten Lehrerversorgung und der maximal befriedigenden Sportstättensituation hat die Fachschaft Sport mit Unterstützung des gesamten Kollegiums viele Anstrengungen unternommen, um den Kindern etwas bieten zu können.

  • die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5- 8 haben drei (statt zwei) Stunden Sportunterricht pro Woche
  • alle Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 haben Schwimmunterricht
  • für die jüngeren Schülerinnen und Schüler gibt es eine Sportpause
  • im Rahmen der Mittagsbetreuung wird ein Sportprogramm angeboten
  • es gibt zahlreiche Jahrgangsstufen-Turniere (Klasse 5: Spielleichtathletik; Klasse 6: Handball; Klasse 7: PIT-Basketballturnier; Klasse 5-10: Leichtathletiksportfest; Klasse 8-10: weitere Wettbewerbe nach Absprache; Klasse 11: Volleyball; Klasse 12-13: Wettbewerbe nach Absprache)
  • gemeinsam mit dem TV Offenbach wird eine Volleyball-AG angeboten
  • an der RKS kann man „offizielle“ Sport-Abzeichen ablegen (Sportabzeichen des DSB, Basketballabzeichen des DBB); schulinterne „Abzeichen“ runden das Programm ab (z.B. „Dribbelführerschein“, „Rollbrettführerschein“)
  • es gibt Schulmannschaften in verschiedenen Sportarten (Fußball, Mädchenfußball, Handball, Volleyball, Basketball, Triathlon, Stadtlauf, Badminton, Tischtennis, Leichtathletik – alle je nach Schülerinteresse)
  • es gibt immer wieder Aktionstage und besondere Angebote (Wohlfühlklima-Sponsorenlauf, Vereinsaktionstag „Sport macht schlau“, Aktionstag „Bewegte Schule“, Besuch von Profisport-Wettbewerben im Rhein-Main-Gebiet, Basketball-Schnuppertraining mit den Skyliners)
  • wir versuchen an vielen Stellen, mit den Offenbacher Vereinen zusammenzuarbeiten
  • Schülerinnen und Schüler der Oberstufe führen als Kampfrichter und Schiedsrichter gemeinsam mit den Sportlehrern die Jahrgangsstufenturniere der Unter- und Mittelstufe durch; besonders sportlich und sozial-engagierte Schülerinnen und Schüler wird es ermöglicht, beim Landessportbund eine Übungsleiterausbildung zu absolvieren.

Bei den Sportturnieren spielen Teamgeist und Fairness eine wichtige Rolle. Leistung wird neu definiert. Die Leistungen der Besten werden im Rahmen der Siegerehrung entsprechend gewürdigt, gleichermaßen wird aber darauf geachtet, dass auch die Leistung der anderen, die nicht auf dem Treppchen stehen, Anerkennung findet. Jeder, der sich anstrengt und im Rahmen des ihm Möglichen versucht, alles zu geben, hat irgendwie auch gewonnen. Die Vermittlung von kleinen Erfolgserlebnissen tut wie wir alle wissen gut und trägt im besten Fall dazu bei, die Schülerinnen und Schüler zum lebenslangen Sporttreiben zu motivieren.

Der integrative Charakter von Sport ist unumstritten. Auf dem Spielfeld spielt die Nationalität keine Rolle, Berührungsängste und Vorurteile werden abgelegt. Gestützt durch ein Regelwerk verfolgt man im Team ein Ziel, setzt sich für den anderen ein bzw. lässt sich helfen, freut sich über den Sieg oder tröstet sich (oder schimpft ....) bei einer Niederlage. Da es immer wieder Wettbewerbe für die Schülerinnen und Schüler gibt, die das Wir-Gefühl innerhalb von Teams, Klassengemeinschaften und Jahrgangsstufen stärken, wirkt sich dies langfristig positiv auf das Schulklima aus.

Schülerinnen dürfen im Sportunterricht – sofern keine Verletzungsgefahr besteht – das Kopftuch aufbehalten. Sie sind aber auch verpflichtet, am Schwimmunterricht teilzunehmen.

Auf Schülerinnen und Schüler, die fasten, wird Rücksicht genommen, denn es leuchtet ein, dass man an einem langen Tag ohne Essen und Trinken keine persönlichen sportlichen Höchstleistungen bringen kann.

Soweit ein kleiner Einblick in die Sportaktivitäten an der RKS. Die eingereichten Bewerbungsunterlagen haben die Jury überzeugt und dazu bewogen, den diesjährigen Deutschen Schulsportpreis an uns zu überreichen. DANKE !!!

Der Deutsche Schulsportpreis und was sich dadurch ändert

Als Preisträger weckt man das Interesse der Medien. Als Preisträger kann man Pascal Roller, den Nationalspieler der Deutsche Bank Skyliners für ein Schnuppertraining an die Schule locken. Als Preisträger fährt man nach Berlin und bekommt dort im Kanzleramt von Frau Böhmer, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration eine Auszeichnungstafel für die Schule überreicht. Als Gewinner des Deutschen Schulsportpreises nimmt man 5000,- Euro mit nach Hause...

Zukunftsvisionen - Wie geht es jetzt weiter?

Zunächst einmal wollen wir gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern zu Beginn des Schuljahres 2008/09 diesen Erfolg feiern. Da unser Konzept ein „Konzept der kleinen Schritte“ ist, ist unseren Schülerinnen und Schülern vielleicht gar nicht bewusst, was ihnen an der RKS geboten wird. Dieses Bewusstsein muss gefördert werden. Des Weiteren streben wir das Gütesiegel „Gesundheitsfördernde Schule“ – Teilzertifikat „Bewegung“ an. Die Chancen, es noch in diesem Jahr überreicht zu bekommen, sind groß.

Neben dem Konzept, dass bereits besteht und fortgeführt werden soll, wünschen wir uns in Zukunft eine engere Zusammenarbeit mit den Deutsche Bank Skyliners zum Thema „Integration durch Sport“.

Gerne würden wir weitere prominente Sportpaten für unsere Schule gewinnen, die gemeinsam mit uns an der RKS „Aktionstage“ durchführen.

Die Sportpause (1. große Pause) hat sich bewährt, deshalb möchten wir in Zukunft zwei Sportpausen (also auch in der 2. großen Pause) anbieten.

Bei den aktuellen Umbaumaßnahmen an der Schule soll – sofern das bei dem Platzangebot möglich ist – ein bewegungsfreundlicher Pausenhof entstehen.

Alle von uns angestrebten Projekte, Aktionstage und Anschaffungen kosten Geld – da kommt der Scheck über 5000,- Euro wie gerufen.

Erfahren Sie mehr über das Schulsportkonzept der RKS und den Deutschen Schulsportpreis ...

Schulsportkonzept der RKS 24.02.2011 pdf 3146 kB