Ziel unserer Oberstufe ist es, Absolventen sowohl unseren eigenen 10. Klassen als auch der Offenbacher Integrierten Gesamtschulen zu befähigen, die allgemeine Hochschulreife, das Abitur zu erlangen. Da wir als eine von wenigen hessischen Schulen Profilschule Kunst sind, richtet sich unser Angebot auch an Schülerinnen und Schüler aus dem Umland.

In der Einführungsphase unterrichten wir im Klassenverband, um den Übergang in die Oberstufe zu erleichtern. Lediglich die zweite Fremdsprache (Französisch seit der 5. oder 7. Klasse, Spanisch seit der 7. Klasse oder Französisch als neu begonnene Fremdsprache), das musische Fach (Darstellendes Spiel, Musik oder Kunst) und die Religion oder Ethik sind verkurst. Zusätzlich kann man als Wahlfach Geographie oder Informatik wählen. Auf diese Kurswahl wird durch eine Informationsveranstaltung nach den Osterferien vorbereitet.
Um auf die Leistungskurse der Qualifikationsphase vorzubereiten, bilden wir die Klassen der Einführungsphase nach Schwerpunktfächern. Wir bieten Kunst, Biologie, Englisch, Geschichte, Politik und Wirtschaft und Mathematik an, weil das gerne gewählte Leistungskurse sind. Im zweiten Halbjahr wird durch Zusatzunterricht in einem zweiten Fach (LOK2) auf den zweiten Leistungskurs vorbereitet. Hier können wir fast alles anbieten, was die Abiturverordnung erlaubt und in Offenbach Chancen auf Fortsetzung in der Qualifikationsphase hat.
Wir sind uns bewusst, dass die Voraussetzungen, mit denen die Lernenden in die gymnasiale Oberstufe eintreten, sehr unterschiedlich sind. Um trotzdem möglichst viele auf die Zulassung zur Qualifikationsphase vorzubereiten, haben wir in zentralen Fächern die Zahl der Unterrichtsstunden erhöht: In Deutsch, Englisch und Biologie unterrichten wir eine Stunde mehr als vorgesehen (Kompensation), zusätzlich gibt es individuelles Lernen in Deutsch und Mathematik und am frühen Nachmittag „Lernräume“, wo Lehrkräfte kostenlose Nachhilfe geben.
Leistungen werden in der gymnasialen Oberstufe in Punkten von 0–15 bewertet, wobei 15 Punkte die Bestnote darstellt. Ausreichend ist eine Leistung mit 05 Punkten. Die im Unterricht kontinuierlich erbrachten Leistungen (Mitarbeit, Hausaufgaben, Versuchsbeschreibungen und ‑protokolle, Präsentationen…) und die individuelle Leistungsentwicklung zählen mindestens zur Hälfte. In Fächern, in denen nur eine Klausur pro Halbjahr geschrieben wird, zählt diese nur etwa zu einem Drittel.
Für die Zulassung zur Qualifikationsphase sind nur die Leistungen im zweiten Halbjahr ausschlaggebend. Wer in allen Fächern mindestens ausreichende Leistungen (05 P.) hat, wird zugelassen. Es können maximal zwei Minderleistungen ausgeglichen werden, davon höchstens eine in einem Hauptfach (D, E, zweite Fremdsprache, M). Eine Minderleistung in einem Hauptfach kann nur mit mindestens 10 P. in einem anderen Hauptfach oder je mindestens 7 P. in zwei Hauptfächern ausgeglichen werden. Minderleistungen in Nebenfächern müssen ebenfalls mit mindestens 10 P. oder zweimal mindestens 7 P. in anderen Fächern ausgeglichen werden.
Der Unterricht der Qualifikationsphase findet nicht mehr im Klassenverband, sondern in Grund– und Leistungskursen statt. Die Leistungskurse sind fünfstündig, Grundkurse zwei– oder dreistündig, Mathematik und Deutsch vierstündig. Im zweiten Halbjahr der Einführungsphase wählt man zwei Leistungskurse. Ein Leistungskurs muss entweder eine Fremdsprache, Mathematik oder eine Naturwissenschaft sein. Außerdem gibt es wöchentlich eine Tutorenstunde, die der Beratung, aber auch der Vorbereitung von Exkursionen oder der Studienfahrt in Q3 dient.
Der Unterrichtsstoff ergibt sich aus den Kerncurricula des Landes Hessen in Verbindung mit dem jeweiligen Abiturerlass, den man auf der Homepage des HMBK findet. Außerdem legt das Ministerium jedes Jahr neu fest, welche Werke im Deutschunterricht behandelt werden müssen.
In der Qualifikationsphase gibt es keine Versetzung mehr, sondern die erzielten Leistungen tragen zur Gesamtpunktzahl der allgemeinen Hochschulreife bei. In den Leistungskursen, in Deutsch und Mathematik werden zwei Klausuren pro Halbjahr geschrieben und zählen etwa zur Hälfte für die Fachnote. In den übrigen Fächern wird je eine Klausur geschrieben, die zu etwa einem Drittel gewichtet wird. Natürlich ist die Bewertung immer eine pädagogische Entscheidung.
In der Qualifikationsphase sind folgende Fächer als Grund– oder Leistungskurse zu belegen: Deutsch, eine Fremdsprache (spätestens in der 7. Klasse begonnen), ein musisches Fach, Geschichte, PoWi, Mathematik, eine Naturwissenschaft und Sport. Außerdem in Q1 und Q2 entweder eine weitere Fremdsprache oder eine weitere Naturwissenschaft oder Informatik. Wer Geographie seit dem ersten Halbjahr der Einführungsphase besucht, kann nach Q2 PoWi abwählen und durch Geographie ersetzen.
Die Abiturprüfung wird in fünf Fächern abgelegt. Die beiden Leistungskurse und ein Grundkursfach werden schriftlich geprüft, zwei weitere Grundkurse werden mündlich geprüft. Eine mündliche Prüfung kann durch eine Präsentationsprüfung ersetzt werden. Bei der Wahl der Prüfungsfächer ist zu beachten, dass die schriftlichen Prüfungsfächer mindestens zwei Aufgabenfelder abdecken müssen:
| AF I Sprachlich–literarisch–künstlerisches Aufgabenfeld: |
| Deutsch, Fremdsprachen, Kunst, Musik, Darstellendes Spiel |
| AF II Gesellschaftswissenschaftliches Aufgabenfeld: |
| Politik und Wirtschaft, Geschichte, Religion, Ethik, Erdkunde |
| AF III Mathematisch–naturwissenschaftliches Aufgabenfeld: |
| Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, (Informatik) |
| Sport gehört zu keinem Aufgabenfeld |
Außerdem müssen alle fünf Prüfungsfächer alle drei Aufgabenfelder abdecken. Mathematik und Deutsch müssen Prüfungsfächer sein, außerdem eine Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft.
Der Abiturdurchschnitt ergibt sich schließlich einmal aus den Punkten in den Leistungskursen, dann aus den Leistungen in den einzubringenden Grundkursen und schließlich aus den Ergebnissen der fünf Prüfungen, jeweils etwa zu gleichen Teilen.
Außerdem kann man bereits nach Q2 die Schule mit dem schulischen Teil der allgemeinen Fachhochschulreife verlassen – ohne zusätzliche Prüfungen. Hierfür sind mindestens durchschnittlich ausreichende Leistungen in den Leistungskursen und bestimmten Grundkursen erforderlich. Bevor man dann ein Studium beginnen kann, ist allerdings noch ein einjähriges Praktikum nachzuweisen, eine Ausbildung, ein FSJ, FÖJ oder der Dienst bei der Bundeswehr.


